FAMAS F1 · Das Original
Fusil d’Assaut de la Manufacture d’Armes de Saint-Étienne. 1978 bis 2017 Ordonnanzgewehr der französischen Streitkräfte.
| Land | Frankreich |
|---|---|
| Typ | Sturmgewehr, Bullpup |
| Feuerarten | Dreischuss-Feuerstoß / Einzelfeuer / Dauerfeuer |
| Munition | 5,56 × 45 mm (F1) / 5,56 × 45 mm NATO (G2) |
| Hersteller | Manufacture nationale d’armes de Saint-Étienne, dann GIAT Industries, heute Nexter Systems |
| Dienstzeit | Entwicklung ab 1967, erste Bestellung 1978, Auslieferung ab 1979 (F1) und 1995 (G2) |
| Gewicht leer | 3,780 kg (F1) / 3,747 kg (G2) |
|---|---|
| Gewicht geladen | 4,370 kg (F1) / 4,170 kg (G2) |
| Länge | 757 mm |
| Lauflänge | 488 mm |
| Drall | rechts |
| System | Rückstoßlader mit verzögertem Masseverschluss |
|---|---|
| Visierung | offene Visierung, Nachtvisier im Tragebügel |
| Maximale Reichweite | 3.200 m |
| Kampfentfernung | 300 m |
| Kadenz | 1.050 Schuss/min (F1) / 1.150 Schuss/min (G2) |
| Mündungsgeschwindigkeit | 960 m/s (F1) / 925 m/s (G2) |
| Magazin | 25 Schuss (F1) / 30 Schuss STANAG (G2) |
| FAMAS F1 |
| FAMAS G1 |
| FAMAS G2 |
| FAMAS Félin |
| FAMAS Commando |
| FAMAS Civil |
| FAMAS Export |
| FAMAS Low Profile |
| F1: ca. 1.500 € |
| G2: ca. 3.000 € |
Geschichte

In den 1970er-Jahren von der französischen Armee bestellt und eingeführt, erfüllte das FAMAS den Wunsch nach einer durchschlagskräftigen, kompakten Waffe, die einfach zu bedienen und zu warten ist. Es ersetzte das Gewehr FSA MAS 1949-56 im Kaliber 7,5 mm und die Maschinenpistole MAT 49 im Kaliber 9 × 19 mm Parabellum.
Die erste Version, das F1, wurde mehr als 400.000 Mal gebaut, für Frankreich und einige weitere Länder wie Dschibuti, Gabun, Senegal und die Vereinigten Arabischen Emirate, teils auch an verbündete Staaten abgegeben. GIAT Industries fertigte danach die Variante G1 als Übergang zum G2, das dem NATO-Standard STANAG 4179 entspricht. In Frankreich steht das G2 bei der Marine im Dienst.
Als eines der modernsten Gewehre seiner Zeit konstruiert, aber aufwendig in der Wartung, wurde die Waffe wegen ihres hohen Preises, fast das Doppelte eines amerikanischen M16, von keinem anderen Land in großer Stückzahl gekauft. Zudem hatte der französische Generalstab Exportanfragen zunächst abgelehnt, um den Bedarf der eigenen Armee rasch zu decken. Westliche Armeen setzten damals meist auf Waffen amerikanischer, belgischer (FN) oder österreichischer (Steyr AUG) Herkunft.

Einsätze 1980 bis 2015
Zwischen 1980 und 2015 führten französische Soldaten das FAMAS in zahlreichen Operationen.
- 1982
Multinationale Schutztruppe in Beirut (FMSB), danach UNIFIL im Libanon.
- 1983 – 1984
Opération Manta im Tschad.
- 1986 – 2014
Opération Épervier im Tschad, 2014 abgelöst durch Barkhane.
- 1990 / 1992
Opération Noroît in Ruanda.
- 1992
UN-Truppe in Sarajevo, Bosnien.
- 1992 – 1999
Opération Iskoutir in Dschibuti.
- 1995 – 1996
IFOR und SFOR in Bosnien und Herzegowina.
- 1996
Opération Almandin in der Zentralafrikanischen Republik.
- 1997
Opération Pélican in der Republik Kongo.
- 2000
KFOR im Kosovo.
- 2002 – 2010
Opération Licorne in der Elfenbeinküste (2002, 2004, 2006, 2010).
- 2003 – 2014
Krieg in Afghanistan.
- ab 2013
Opération Serval, dann Barkhane in Mali.
- ab 2014
Opération Chammal in Irak und Syrien, Beteiligung an der Koalition gegen den IS.